Stadtmagazin: Herr Malinowski, anders als üblich möchte ich mich schon jetzt für dieses Interview bedanken. Ich weiß aus den vorhergehenden Begegnungen, dass uns ein spannendes und eindrucksvolles Gespräch bevorsteht, denn es geht auch jetzt wieder um QUADRO, die „andere Werbeagentur“. Dazu konnten wir in den vorhergehenden Ausgaben bereits feststellen, dass Sie, Ihre Geschäftspartnerin Cordula Richter und das Team von QUADRO das Thema Werbung anders angehen, als üblich. QUADRO macht „einzigartig“ heißt es im Slogan, das würde bedeuten, dass Sie die Individualität Ihrer Kunden in den Vordergrund stellen.

Malinowski: Genau und damit beginnt meine Arbeit an dem jeweiligen Marketingprojekt. Mit der Begegnung. Mit Zuhören und sich umschauen. Das findet bei dem Kunden statt. In seiner Umgebung und unbedingt auf Augenhöhe. Geprägt von gegenseitigem Vertrauen. Dann können wir offen zueinander sein und lernen voneinander.

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Stadtmagazin: Lernen voneinander? Was interessiert Sie denn an dem Gegenüber, jenseits der business relation?

Malinowski: Alles, denn dieses Alles ist der Mensch. Nichts ist spannender als solche Begegnungen, nichts beeindruckt mich mehr, als fremde Erfahrungen kennen zu lernen. Ich muss sie nicht verstehen, muss nicht auf Anhieb wissen, warum mein Gegenüber so und nicht anders reagiert hat. Denn die Tatsache, DASS dieser Mensch sich so verhalten hat, offenbart mir zumindest schon mal einen Teil seines Charakters und das bezogen auf seine Umwelt ergibt ein Bild. Und dieses Bild ist ein Puzzlestück zu dem meiner eigenen Weltanschauung, die davon lebt, dass ich es wert bin, ins Vertrauen gezogen zu werden.

Stadtmagazin: Sie partizipieren also aneinander?

Malinowski: Absolut und zwar getragen von diesem Vertrauen, dem meiner Meinung nach, wichtigsten Kriterium im menschlichen Zusammenleben. Aus diesem Grund steht der Begriff „Vertrauen“ an der Spitze der Werte des QUADRO-Leitbildes. Zitat: „Wir vertrauen unseren Kollegen und Kunden. Unsere nachhaltige Arbeit bringt allen Beteiligten sicht- und spürbaren Nutzen und Mehrwert.“ Vertrauen ist getragen von Akzeptanz. Das spürt mein Gegenüber und nimmt mich anders wahr. Nicht allein als den Typen, den er angeheuert hat, um Werbung für sein Produkt zu machen. Nein, vielmehr werden seine Empfindungen davon geprägt sein, dass der Malinowski anders ist. Anders an die Sache rangeht und vor allen Dingen keinen Dünkel hat. Stattdessen will er alles erfahren, ist neugierig und interessiert sich für alles um was es bei dem Projekt geht. Somit bin ich in der Lage, die richtigen Fragen zu stellen, jedoch ohne, dem Gegenüber zu nahe zu kommen.

Stadtmagazin: Was bedeutet das?

Malinowski: Ganz einfach Respekt. Ich respektiere jeden Menschen wie er ist. Kriminelle und Blödköpfe natürlich ausgeschlossen. Noch einmal: Ich lerne von jedem, denn nur so kann ich mich weiterentwickeln.

Stadtmagazin: Das also ist Ihr Anspruch? Ihre persönliche Weiterentwicklung?

Malinowski: Unbedingt, alles andere wäre Stillstand und damit Schwachsinn. Verschwendung von kostbaren Ressourcen, auch in der Arbeit für den Kunden.

Stadtmagazin: Was meinen Sie damit?

Malinowski: Entwicklung beginnt mit der kognitiven Erfassung von Möglichkeiten. Schafft dadurch den Blick auf neue Horizonte und den Willen diese zu erreichen…

Stadtmagazin: Warum? Insbesondere wenn es einem gut geht?

Malinowski: Sie meinen, wenn der Lebensstil gesichert ist, wenn man mehrmals im Jahr in Urlaub fahren kann, wenn man keinen Stress hat und aus den Kindern auch was wird…

Stadtmagazin: Genau, das wäre doch perfekt.

Malinowski: Das mögen manche als perfekt bezeichnen, für mich gehören Herausforderungen zum Leben. Ecken und Kanten, damit ich mich immer wieder neu hinterfragen muss. Das zusammen mit den Einflüssen von draußen, die ich eben geschildert habe, das zusammen ergibt Entwicklung und daraus wiederum erwächst Fortschritt. Zunächst bei mir selbst, doch da Fortschritt positiv ist und positive Lebenseinstellungen sich automatisch auf das soziale Umfeld projizieren, wird echter Fortschritt daraus.

Stadtmagazin: Mit diesen Ansichten konterkarieren Sie eine weit verbreitete Haltung, nämlich die des „Alten weißen Mannes“. Es ist ein neuer Begriff, doch was dahintersteckt, ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Denn Männer wie Trump, Salvini, Erdogan, Gauland oder wie sie alle heißen und manchmal auch von Frauen verkörpert sind – Personen mit altvorderen, verquasten Ansichten, die in einer fortschrittlichen Moderne das Tor zur Hölle sehen, solche Typen gab es schon immer. Nun allerdings kann man sie benennen, denn mithilfe der Social Media-Kanäle sind sie heutzutage in der Lage, ihren populistischen Schwachsinn bis in die hintersten Winkel der Gesellschaft zu verbreiten…

Malinowski (guckt ratlos und ist empört): …oh ja, ich kenne diese Kerle und die im Rock natürlich auch. Doch, Entschuldigung, wie kommen Sie ausgerechnet bei diesem Thema auf mich?

Stadtmagazin (lacht): Weil Sie das komplette Gegenteil des alten weißen Mannes sind. Ingo Malinowski steht für Wandel, für Fortschritt und mehr noch: Er baut ihn auf. Erfährt dabei Selbstvertrauen und Anerkennung – Faktoren, die seine Denke extrem unabhängig machen und die ihn prädestinieren, auch als Coach tätig zu sein. Doch bevor wir uns in einer der nächsten Ausgaben diesem Betätigungsfeld zuwenden, an dieser Stelle ein weiterer Blick auf die „etwas andere“ Werbeagentur QUADRO in Langförden bei Vechta. Wo, wie wir dem erweiterten Slogan entnehmen, „Vertrauensbilder“ geschaffen werden.

Malinowski: Genau, denn jede Marketingmaßnahme dient der Vertrauensbildung. Unter dieser Headline bündelt sich unser Leitbild und damit das Verständnis für unsere Mission:

Wir sind wunschorientiert Wir fragen nach, wollen unsere Kollegen und Kunden verstehen, denken weiter. Mit aller Kraft finden wir eine Lösung. Die Begeisterung ist unser Ziel. Wir sind verlässlich Wir erinnern uns an Gesagtes und halten unser Wort. Kunden und Kollegen können sich auf uns verlassen. Wir sind integer Wir arbeiten ohne Schnörkel und ohne Ausreden. Wir denken und arbeiten im Sinne unserer Kunden. Wir sind ehrlich Wir sagen unsere Meinung, wenn wir gefragt werden. Fehler gestehen wir ein. Unsere Kollegen und Kunden verlassen sich auf uns. Wir sind menschlich Wir hören zu, sind wertschätzend und respektieren, dass jeder Mensch anders ist. Wir bemühen uns um respektvolle Toleranz.

Malinowski: Damit ist unsere Einstellung zu unserer Arbeit umschrieben. Denn jeder Mensch sieht die Welt so, wie sie sich ihm darstellt. Daraus generiert sich sein und damit auch die Weiterentwicklung seines sozialen Umfeldes.

Stadtmagazin: Mit der Aussicht darauf, sich neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Dasein auf allen individuell- maßgeblichen Gebieten zu schaffen?

Malinowski: Klar! Toleranz und Neugier sind die Zauberworte, denn ein Leitbild wächst mit der Entwicklung der Menschen, die es beachten, die danach leben. Daneben ist Individualität der Schlüssel zur Wiedererkennung und den nutzen wir!

Stadtmagazin: Ihre Beschreibung hört sich nach Einheit an, obwohl Sie zahlreiche verschiedene Dienste im Rahmen von Marketing und PR anbieten beziehungsweise verwirklichen. Woher kommt dieses Ebene, dieses Verständnis, offensichtlich auch innerhalb von QUADRO.

Malinowski: Lassen Sie mich dazu eine kleine Geschichte erzählen: Bei einer Fahrradtour auf dem RuhrTalRadweg vor ein paar Wochen kehrten meine Frau und ich in eine Gaststätte ein, die sich auf den ersten Blick nicht von anderen guten Restaurants unterschied. Doch kaum, dass wir Platz genommen hatten, waren wir von dem lockeren, höflichen und ungemein zuvorkommenden Service fasziniert. Da merkte man jeder und jedem den Spaß an der Arbeit an. Nicht aufgesetzt, sondern ehrlich. Das verblüffte uns so sehr, dass ich den Restaurantinhaber fragte, wie er diese ungewöhnlich gute Atmosphäre schaffen und erhalten kann. „Ich bin für meine Leute da“, war seine Antwort und so einfach und kurz sie ist, so umfassend ist sie. Der Ausdruck für all das, was ich hier schon beschrieben habe: Respekt voreinander, Vertrauen zueinander und für einander einstehen.

Stadtmagazin: Darin haben Sie QUADRO wiedererkennt?

Malinowski: Ja! Die Antwort ist ganz einfach ja, und darauf bin ich stolz. Wobei der tägliche Sinn und Unsinn des üblichen Arbeitslebens natürlich auch uns nicht verschont. Schlechte Launen, private Sorgen, Krach im Team, der Job ist doof, das ganze Leben sowieso und klar, ist der Chef an allem schuld. In solchen Situationen fliegen auch hier die Fetzen. Gerne sofort, denn die Tür zu meinem Büro ist immer offen! Zudem haben wir alle vier bis sechs Wochen unsere so genannte „offene Runde“. Da ist unbegrenzt Platz für alles, was gesagt werden muss, von allen Seiten!

Stadtmagazin: Wenn wir zurückgehen zu Ihrer Einlassung, dass Sie selbst an jeder Begegnung mit einem Gegenüber partizipieren – ist es so, dass Ihre Wahrnehmungen deutlich mehr Facetten bekommen haben?

Malinowski: Natürlich, ich bin viel offener geworden. Bereit auch um Ecken zu denken und mutiger, damit auch auf Kunden zuzugehen. So haben wir vor einiger Zeit den sehr langwierigen und komplizierten Arbeitsprozess eines Kunden auf eine einfache Handhabe umgestellt. Umstellen können, denn zunächst war dem Kunden nicht klar, wo es bei dem eingefahrenen System hakte. Es funktionierte doch!

Stadtmagazin: Fand der Kunde Ihre Einmischung nicht aufdringlich?

Malinowski: Nein gar nicht, denn wir sind mit der Intention in das Projekt eingestiegen, so viele Stunden darin zu investieren wie die Umsetzung der neuen Komplexität benötigen würde. Ohne, diese Zeit nun bis ins Detail aufrechnen zu wollen. Wir wollten einfach, dass das neue Konzept funktioniert.

Stadtmagazin: Und?

Malinowski: Es ist perfekt – bis es modifiziert werden muss… Malinowski sieht die Fragezeichen in meinem Gesicht und ergänzt: „Perfektion ist immer nur temporär, da sie von Entwicklungen lebt und der nächste Schritt zur Perfektion vielleicht schon getan ist. Man muss ihn eben nur als solchen erkennen!“

[Quelle: Das Stadtmagazin für Cloppenburg & umzu]


 

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